Bezirksvorsteher Marcus Franz G'mischter Block Außenansicht G'mischter Block Inneraum G'mischter Block Wohnung G'mischter Block Innenhof

In Kürze wird Platz gemacht für den G'mischten Block. Kurz vor dem Abbruch der desolaten Liegenschaften haben wir Bezirksvorsteher Marcus Franz zur Zukunft des gesamten Grätzls befragt. Ein Gespräch darüber, wie man Alt und Neu verbindet.

Herr Franz, Favoriten entwickelt sich dynamisch. Was gilt es bei der

Stadtentwicklung zu beachten?

 

Marcus Franz: Bis nächstes Jahr noch findet die IBA-Wien 2022 – die Internationale Bauausstellung – statt. In Favoriten wurden schon einige Projekte umgesetzt. Eines der Ziele ist es, zukunftsweisende Lösungen für Bestandsflächen sowie für den Neubau zu entwickeln. Das Augenmerk liegt vor allem auf Projekten, die den sozialen Zusammenhalt stärken. Hierzu haben wir in Favoriten eine starke Tradition. Und das wird auch in Zukunft weiterhin wichtig sein. Favoriten wird stetig lebenswerter und entwickelt sich zu einem Bezirk, in den junge Familien gerne hinziehen.

Worauf führen Sie das zurück?

 

Marcus Franz: Das liegt daran, dass im Zehnten zahlreiche und innovative Projekte umgesetzt werden. Der G’mischte Block ist ein gutes Beispiel dafür. Wird das Projekt wie geplant umgesetzt, kann es eine Aufwertung auch für das Grätzl bringen. Etwa durch lebendige Erdgeschoß-Zonen, Platz für Büros, eine Kinderbetreuungseinrichtung oder eine neue Ordination. 

Der Abbruch jener Liegenschaften, auf denen der G’mischte Block entsteht, startet im Juni 2021. Was trägt dieser Abbruch zur Aufbruchsstimmung im Grätzl bei?

 

Marcus Franz: In der Nachbarschaft nördlich der Landgutgasse entsteht das Neue Landgut mit dem 3. Favoritner Bildungscampus für 1.300 Schülerinnen und Schüler, einem Gemeindebau Neu, einem 1 Hektar großen Park, Büros, einem Café, einer Musikschule, einer Bücherei, einem für alle mitbenutzbaren Sportplatz und vielem mehr. Auch der Quellenplatz im Süden des Projekts wird neugestaltet. Das passiert im Zuge des Stadtentwicklungsprogramms WieNeu+, das dieses Gebiet, in dem 35.000 Menschen wohnen, klima- und zukunftsfit machen soll. Sich hier dynamisch einzubringen, bedeutet, einen Mehrwert für das Grätzl zu schaffen. Infrastrukturmäßig liegt das Grätzl mit der Nähe zur Fußgängerzone und der U-Bahn-Station Keplerplatz natürlich auch ideal. 

Sie haben die gute Zusammenarbeit beim Projekt G’mischten Block hervorgehoben. Was zeichnet diese aus?


Marcus Franz: Gleich zu Beginn der Planungen hat AVORIS einen Dialog mit allen Beteiligten gestartet, der professionell und auf Augenhöhe gelaufen ist. Es gibt seither regelmäßigen Austausch und Updates. Das hat auch Vorbildwirkung für andere Projekte. Denn es ist wichtig, dass Projekte nicht nur einen Mehrwert für die Bewohner selbst haben, sondern auch darüber hinaus. Etwa durch die Schaffung von öffentlicher Infrastruktur wie Ärzte, Nahversorger, Geschäfte und Bildungseinrichtungen. Das macht die Wege kürzer, spart Zeit und Ressourcen und schafft mehr Lebensqualität. 

Sie haben sich auf einem Graffiti verewigen lassen. Was ist die zentrale Botschaft der Tattoos darauf?


Marcus Franz: Dass der Zehnte ein lebenswerter Bezirk ist und ich Favoriten im Herzen trage.

 

Wir danken für das Gespräch.

Bezirksvorsteher Marcus Franz in 30 Sekunden

Wäre Favoriten eine Stadt, wäre Marcus Franz Bürgermeister der drittgrößten Stadt Österreichs. Favoriten hat rund 210.000 Einwohner. Nur Wien und Graz haben mehr. Marcus Franz wurde 1972 in Favoriten geboren, absolvierte dort auch die Volksschule und Matura. Der gelernte Großhandelskaufmann ist seit 2017 Bezirksvorsteher des 10. Bezirks. Für Aufsehen sorgte Franz im Wahlkampf 2020 mit einem Riesen-Graffiti an einer Hauswand, auf dem er „Mundl“ Sackbauer samt Tattoos mimt. „Die Tattoos und die versteckten Hinweise zeigen alle eines: „Dass der Zehnte ein lebenswerter Bezirk ist und ich Favoriten im Herzen trage“, sagt Franz dazu.