Restrukturierung: Aktuelle Information
- Thema
- Inspiration & Information
- Datum
- 20.08.2026
Es gibt Mitteilungen, die man sich als Unternehmer nie zu schreiben wünscht. Die Beantragung des Sanierungsverfahrens der AVORIS GmbH gehört für uns dazu.
Die vergangenen Jahre haben die österreichische Immobilienbranche vor außergewöhnliche Herausforderungen gestellt. Massive Zinserhöhungen, stark gestiegene Baukosten, deutlich restriktivere Finanzierungsbedingungen, ein nahezu zum Erliegen gekommener Transaktionsmarkt sowie erhebliche Bewertungsabschläge bei Immobilien haben die gesamte Branche nachhaltig verändert – und auch AVORIS tiefgreifend betroffen.
Die Beantragung des Sanierungsverfahrens ist die Konsequenz dieser Entwicklung und zugleich Teil eines Restrukturierungsprozesses, den wir bereits vor längerer Zeit eingeleitet haben, um die Unternehmensgruppe an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.
Eine Entscheidung,
die uns nicht
leichtgefallen ist
Seit der Gründung von AVORIS im Jahr 2014 durften wir gemeinsam mit zahlreichen Partnern, Investoren, Kunden sowie vielen weiteren Wegbegleitern 51 Projekte entwickeln und erfolgreich realisieren. Dafür sind wir aufrichtig dankbar.
Umso mehr bedauern wir, dass die außergewöhnlichen Entwicklungen am Immobilienmarkt diesen Schritt erforderlich gemacht haben. Uns ist bewusst, dass diese Situation für viele Menschen mit Enttäuschung, Unsicherheit und teilweise auch finanziellen Nachteilen verbunden ist.
Besonders gegenüber Investoren und Gläubigern, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, empfinden wir große Dankbarkeit – und ebenso großes Bedauern darüber, dass wir ihre Erwartungen nicht in der Weise erfüllen konnten, wie wir es uns selbst zum Ziel gesetzt hatten. Dieses Bewusstsein begleitet uns schmerzlich bei jedem Schritt des laufenden Restrukturierungsprozesses.
Was sich bereits verändert hat
Die Restrukturierung der Unternehmensgruppe hat nicht erst mit dem Sanierungsverfahren begonnen. Bereits in den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Maßnahmen gesetzt, um die Unternehmensgruppe an die veränderten Marktbedingungen anzupassen: ein deutlicher Personalabbau, umfassende Kosteneinsparungen, der Verkauf einzelner Bestandsimmobilien und Beteiligungen sowie zusätzliche Mittelbereitstellungen und die Übernahme persönlicher Haftungen auf Gesellschafterebene. Gleichzeitig wurden neue Partnerschaften mit Baufirmen und Konsulenten entwickelt und alternative Verwertungs- und Umsetzungsmodelle geprüft, um Projekte auch unter den veränderten Rahmenbedingungen wirtschaftlich weiterführen zu können.
Stark gestiegene Finanzierungs- und Baukosten als zentrale Kostentreiber lassen sich jedoch nur bedingt beeinflussen. Umso wichtiger war es, sämtliche Projektgesellschaften einer umfassenden Prüfung zu unterziehen und individuelle Fortführungsszenarien zu erarbeiten. Für jene Projektgesellschaften, bei denen eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung nicht mehr möglich ist, werden Sanierungs- bzw. Konkursverfahren eingeleitet.
Unser Blick nach vorne
Unser Ziel ist es, den eingeleiteten Restrukturierungsprozess konsequent abzuschließen, laufende Projekte verantwortungsvoll weiterzuführen und eine langfristig stabile Grundlage für die Zukunft der Unternehmensgruppe zu schaffen.
Mehrere wesentliche Projekte wurden in den vergangenen Monaten erfolgreich fertiggestellt, in Bau gebracht, refinanziert oder wirtschaftlich stabilisiert. Für weitere Vorhaben konnte die erforderliche Baugenehmigung erwirkt und damit eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung geschaffen werden. Die laufenden Projekte werden planmäßig fortgeführt; die operative Weiterführung ist organisatorisch und personell sichergestellt. Darüber hinaus setzen wir weiterhin auf die enge Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern, Planern, ausführenden Unternehmen und Vertriebspartnern.
Danke
Die vergangenen Jahre und Monate waren fachlich und persönlich herausfordernd. Umso mehr wissen wir die Unterstützung, das Verständnis und die konstruktive Zusammenarbeit vieler Menschen zu schätzen.
Wir wissen auch, dass Worte allein weder entstandene finanzielle Nachteile noch verlorenes Vertrauen ausgleichen können. Umso wichtiger ist es für uns, Verantwortung zu übernehmen und den eingeschlagenen Restrukturierungskurs konsequent fortzusetzen.
